Tagtraumtänzer

Das Corinna Rindlisbacher für ungewöhnliche Idee bekannt ist, das wird jeder gespürt haben, der ein wenig auf dieser Webseite gestöbert hat. Aber Tagtraumtänzer? Autorentag fragt nach.

Autorentag:
Liest man die Rezensionen zu diesem Buch, heißt es dort, es wäre ein Buch abseits des Mainstreams. Was ist damit gemeint? Erzähle uns doch ein wenig über das Buch.

Corinna Rindlisbacher:
„Der Tagtraumtänzer“ ist eine Geschichte in einer Geschichte. Es geht um eine abenteuerliche Erzählung eines Tagträumers, aber zwei Personen kommentieren diesen Text und tauschen sich in den Seitenrändern mit handschriftlichen Notizen darüber aus. Der Leser findet erst nach einiger Zeit heraus, wie das alles zusammenhängt.

Autorentag:
Wie kamst Du auf die Idee, ein Buch über einen Tagträumer zu schreiben?

Corinna Rindlisbacher:
Ich hatte eine schlaflose Nacht und wollte eigentlich nur eine Kurzgeschichte schreiben über eine Person, die sich lieber in Tagträumen verliert als in der Realität zu leben. Aber als ich einmal angefangen hatte, wurde die Idee immer größer und sie hat mir einfach keine Ruhe gelassen.

Autorentag:
Der ursprüngliche Name sollte „Tagtraumjunkie“ heißen. Warum und was hat das mit der Story zu tun?

Corinna Rindlisbacher:
Es geht in der Geschichte darum, dass Tagträumen eine Realitätsflucht ist und man damit übertreiben, sogar süchtig danach werden kann. Es gibt sogar einen englischen Fachbegriff für das zwanghafte Tagträumen: maladaptive daydreaming (kurz: MAD). Manche Forscher sehen eine starke Ähnlichkeit zu AD(H)S, nur dass das Tagträumen ja eher im Verborgenen passiert und niemanden stört. Außerdem ist Träumen ja eigentlich etwas Gutes und Schönes. Aber es gibt halt immer auch ein „zu viel“ des Guten.

Autorentag:
Sind eigene Erfahrungen in das Skript eingeflossen?

Corinna Rindlisbacher:
Ich bin eine sehr ausgiebige Tagträumerin, das will ich gar nicht leugnen. Vor allem während meiner Schulzeit war ich sehr oft höchstens körperlich anwesend. Heute tagträume ich meist, wenn ich einer stupiden Tätigkeit nachgehe, wie z. B. Wäsche aufhängen, Sport, Zähne putzen usw. Zum Glück gehört die Tagträumerei ja auch zum Job einer Autorin – von daher bin ich bestimmt kein Junkie, ich kann jederzeit aufhören und mache das nur aus beruflichen Gründen!